Milana & Denis Khyzhavski – Pressetext von G.C. Rump

Milana und Denis Khyzhavski und die Realität des Kapitalismus
Die gängige Kapitalismuskritik in den westlichen Medien ist, wie könnte es anders sein, dem Reflexionsniveau der Zielgruppe(n) angepasst. Das heisst im Klartext: Angesichts der weitgehenden Unkenntnis von den Marktmechanismen, also den Vorgängen in der Wirtschaft, beschränkt es sich auf eine Abfolge von Schlagworten mehr oder weniger starken emotionalen und symbolischen Gehalts wie “Profit” oder “Heuschrecken”. Die Komplexität des modernen, wertschöpfungsfreien Geldkapitalismus lässt einfache Erklärungsmuster versagen. In der Tat ist es kaum möglich, Phänomene wie “Derivate” oder wie “ungedeckte Leerverkäufe” einem normalen Menschen als gängige wirtschaftliche Objekte oder selbstverständliche ökonomische Praxis nahezubringen.
Nicht nur das, da werden auch moralische Fragen aufgeworfen, und den Geldinstituten sind, 2008 fortfolgende, auch die zu großen Happen im Halse stecken geblieben. Statt das aber als zum Kapitalismus eigentlich dazugehöriges Versagensrisiko zu sehen, ist man den “zu groß zum Scheitern” dastehenden Häusern mit Milliarden zu Hilfe gekommen. Auch das ist moderner Kapitalismus: Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert.
Solche Themen bearbeiten Milana und Denis Khyzhavski in ihren Bildern. Mit aller Deutlichkeit, nicht aber wie im Sozialistischen Realismus, sondern mit den Mitteln der Westkunst, mit differenzierter Malerei, feinem Farbgespür, wechselnden Blickwinkeln und dynamischen Bildstrategien. Die malerische Ästhetik hebt die Kritik nicht auf, sie unterstützt sie, denn man kann ihr durch ästhetische Abwehrgesten (“plakativ”) nicht entkommen.                                                                             Gerhard Charles Rump